YouTube-Partnerprogramm: Voraussetzungen, Prüfung und neue Bewerbung

Zuletzt aktualisiert: 28. Oktober 2026

Der Weg ins YouTube-Partnerprogramm (YPP) hat zwei Teile. Zuerst muss dein Kanal bestimmte Zahlen erreichen. Danach prüft ein Mensch bei YouTube den Kanal als Ganzes. Die meisten Anleitungen hören bei den Zahlen auf, doch an der Prüfung bleiben viele Kanäle hängen. Hier geht es um beides und darum, was du tun kannst, wenn die Antwort Nein lautet.

Die zwei Stufen

Das YPP hat inzwischen zwei Einstiegsstufen. Laut YouTube-Hilfe gibt es die niedrigere in vielen Ländern und Regionen. Sie schaltet Fan-Finanzierung und Shopping frei, bevor du an den Werbeeinnahmen beteiligt wirst.

Stufe Abonnenten Dazu eines davon Was freigeschaltet wird
Fan-Finanzierung und Shopping 500, mit 3 gültigen öffentlichen Uploads in den letzten 90 Tagen 3.000 gültige Wiedergabestunden in den letzten 12 Monaten oder 3 Millionen gültige Shorts-Aufrufe in den letzten 90 Tagen Kanalmitgliedschaften, Super Chat und Super Sticker, Super Thanks, Shopping
Beteiligung an Werbeeinnahmen 1.000 4.000 gültige Wiedergabestunden in den letzten 12 Monaten oder 10 Millionen gültige öffentliche Shorts-Aufrufe in den letzten 90 Tagen Werbeeinnahmen auf der Wiedergabeseite, Werbeeinnahmen im Shorts-Feed, Einnahmen aus YouTube Premium

Gibt es die niedrigere Stufe in deinem Land nicht, gelten für dich direkt die Schwellen für Werbeeinnahmen. Sieh dir die Länderliste in der YouTube-Hilfe an, bevor du mit der Marke von 500 Abonnenten planst.

Angekündigte Änderungen für 2027

Am 10. August 2026 hat der offizielle YouTube-Blog Änderungen angekündigt, die ab dem 1. Februar 2027 gelten:

  • Neue Bewerber brauchen dann entweder 8.000 gültige Wiedergabestunden in den letzten 365 Tagen oder 20 Millionen gültige Shorts-Aufrufe in den letzten 90 Tagen.
  • Creator, die schon im YPP sind, betreffen die neuen Einstiegsschwellen nicht.
  • An den Shorts-Einnahmen beteiligt werden nur noch Kanäle mit 10 Millionen gültigen Shorts-Aufrufen in den letzten 90 Tagen. Kanäle darunter bleiben im YPP und verdienen weiter mit Videos im Langformat.
  • Die Schwellen für Fan-Finanzierung und Shopping bleiben gleich.

Die Abonnentenvoraussetzung wird im Beitrag nicht noch einmal genannt. Lies deshalb die aktualisierte Seite der YouTube-Hilfe, sobald die neuen Bedingungen in Studio erscheinen. Bist du nah an den aktuellen Schwellen, spielt dieses Datum für deine Planung eine Rolle.

Was zählt und was nicht

In diesen Schwellen steckt viel im Wort „gültig“. Laut YouTube-Hilfe zählen diese Dinge nicht zu den Wiedergabestunden:

  • Private, nicht gelistete und gelöschte Videos
  • Werbekampagnen
  • YouTube Shorts
  • Livestreams, die nicht gelistet, gelöscht oder nicht in ein normales Video umgewandelt sind

Beim Weg über Shorts zählen private, nicht gelistete und gelöschte Shorts nicht, ebenso wenig Werbekampagnen oder Bildbeiträge im Shorts-Feed.

Daraus folgen zwei praktische Dinge. Löschst oder versteckst du alte Videos, verschwinden ihre Wiedergabestunden mit ihnen. Behalte beim Aufräumen also die Schwelle im Blick. Und ein Kanal mit langen Videos und Shorts kann beides nicht zusammenrechnen. Du qualifizierst dich über den einen Weg oder über den anderen.

Die übrigen Voraussetzungen

Die Zahlen sind nicht die ganze Liste. Laut YouTube-Hilfe musst du außerdem:

  • die Monetarisierungsrichtlinien für YouTube-Kanäle einhalten
  • in einem Land oder einer Region leben, in der es das YPP gibt
  • keine aktive Verwarnung wegen eines Verstoßes gegen die Community-Richtlinien haben
  • die Bestätigung in zwei Schritten für dein Google-Konto aktivieren
  • Zugriff auf die erweiterten Funktionen von YouTube haben
  • ein aktives AdSense-für-YouTube-Konto mit deinem Kanal verknüpft haben

Erweiterte Funktionen und die Bestätigung in zwei Schritten sind schnell erledigt. Kümmere dich darum, bevor du die Schwellen erreichst, damit keine Kleinigkeit deine Bewerbung aufhält.

So bewirbst du dich

Sobald du berechtigt bist, kannst du im Bereich Verdienen von YouTube Studio starten. Die Schritte sind kurz:

  1. Lies die Basisbedingungen und akzeptiere sie.
  2. Richte ein AdSense-für-YouTube-Konto ein oder verknüpfe ein bestehendes aktives Konto.
  3. Dein Kanal landet automatisch in der Warteschlange für die Prüfung.

Was bei der Prüfung angesehen wird

Die Schwellen zu erreichen heißt nicht, dass du aufgenommen wirst. Laut YouTube-Hilfe wird der Kanal als Ganzes anhand der Richtlinien von YouTube geprüft.

Laut den Monetarisierungsrichtlinien für YouTube-Kanäle können sich die Prüfer nicht jedes Video ansehen. Sie achten deshalb vielleicht vor allem auf:

  • das Hauptthema deines Kanals
  • deine meistgesehenen Videos
  • deine neuesten Videos
  • die Videos mit dem größten Anteil an deiner Wiedergabezeit
  • die Metadaten der Videos, also Titel, Thumbnails und Beschreibungen
  • den Abschnitt „Kanalinfo“ deines Kanals

Die Prüfer dürfen auch über diese Bereiche hinausschauen. Lies die Liste als Aufgabenliste. Öffne deinen Kanal vor der Bewerbung, als wärst du ein Fremder, und sieh dir genau diese Stellen an. Ist klar, worum es im Kanal geht? Zeigen deine Top-Videos deine eigene Arbeit? Passen Titel und Thumbnails zu dem, was in den Videos steckt?

Das häufigste Problem sind wiederverwendete Inhalte: Videos, die überwiegend aus fremdem Material bestehen, ohne genug eigenen Kommentar oder eigene Bearbeitung. Dazu gibt es einen eigenen Leitfaden auf dieser Website, denn an dieser Richtlinie scheitern die meisten Kanäle.

Wie lange es dauert

Laut YouTube-Hilfe bekommst du meist nach etwa einem Monat eine Entscheidung. Länger kann es dauern, wenn sich viele Kanäle gleichzeitig bewerben, wenn es technische Probleme gibt oder wenn die Prüfer wenig Kapazität haben. Manche Kanäle werden mehr als einmal geprüft, bevor eine Entscheidung fällt.

Während du wartest, musst du nichts tun. Lade weiter wie gewohnt hoch. Deine neuesten Videos gehören zu dem, was sich die Prüfer ansehen können, also zählt auch die Arbeit, die du während der Prüfung veröffentlichst.

Wenn du abgelehnt wirst

Die Ablehnungs-E-Mail nennt dir die Richtlinie, die die Prüfer angewendet haben. Laut YouTube-Hilfe hast du dann zwei Möglichkeiten:

  • Einspruch innerhalb von 21 Tagen, wenn du die Entscheidung für falsch hältst.
  • Neue Bewerbung nach 30 Tagen. Ist es nicht deine erste Ablehnung oder hast du dich bereits neu beworben, beträgt die Wartezeit 90 Tage.

Nutze die Wartezeit. Wer sich mit demselben Kanal neu bewirbt, bekommt meist dieselbe Antwort. Eine praktische Routine:

  1. Schreib dir die Richtlinie auf, die in der E-Mail genannt wird.
  2. Geh die oben genannten Prüfbereiche durch: Hauptthema, meistgesehene Videos, neueste Videos, Videos mit der meisten Wiedergabezeit, Metadaten, Kanalinfo.
  3. Frag dich bei jedem Video, das auf fremdem Material aufbaut, ob ein Zuschauer erkennen kann, was du hinzugefügt hast.
  4. Überarbeite, ersetze oder entferne, was nicht standhält, und veröffentliche weiter eigene Videos, damit deine neuesten Uploads die Richtung zeigen, die du willst.

So hilft dir unser Monetarisierungs-Checker

Die Wiedergabestunden eines anderen Kanals kannst du nicht sehen, wohl aber, was andere Kanäle in deiner Nische erreicht haben. Füge eine Kanal-URL, ein @Handle oder eine Video-URL in den Monetarisierungs-Checker ein. Anmelden musst du dich nicht.

Bei einem Kanal sehen wir uns eine Auswahl seiner neuen öffentlichen Uploads an, lesen die Werbesignale, die YouTube mit jeder Seite mitschickt, und suchen nach der Schaltfläche „Mitglied werden“, die nur Kanäle im Partnerprogramm aktivieren können. Das Ergebnis lautet Vermutlich monetarisiert, Eher nicht monetarisiert oder Nicht feststellbar, jeweils mit Konfidenz und den Belegen dahinter. Vergleichst du ein paar Kanäle, die deinem ähneln, siehst du, wie ein monetarisierter Kanal in deiner Nische aussieht: sein Format, wie oft er hochlädt und wie er sich präsentiert.

Die Grenzen:

  • Deine eigene Berechtigung prüft das Tool nicht. Wiedergabestunden und gültige Aufrufe sind privat, wir sehen nur die öffentliche Abonnentenzahl.
  • Warum ein Kanal aufgenommen wurde oder nicht, kann es dir nicht sagen.
  • Ein einzelner Short zeigt keine Monetarisierungssignale. Shorts landen daher bei „Nicht feststellbar“, mit dem Hinweis, stattdessen den Kanal zu prüfen.
  • Jedes Ergebnis ist eine Momentaufnahme aus einer Region. Den Status eines Kanals kann nur YouTube bestätigen.

Gut zu wissen

  • Prüf die Schwellen in der YouTube-Hilfe, bevor du damit planst. Sie ändern sich, und die Änderungen für 2027 sind schon angekündigt.
  • Wenn du Videos löschst oder versteckst, fallen ihre Wiedergabestunden aus deiner Summe.
  • Die Schwellen bringen dir eine Prüfung, kein sicheres Ja. Bereite den Kanal auf die Prüfer vor.
  • Eine Ablehnung ist nicht endgültig. Behebe das genannte Problem, warte die Frist ab und bewirb dich neu.

FAQ

Zählen Shorts-Aufrufe zu den 4.000 Wiedergabestunden?

Nein. Laut YouTube-Hilfe zählt die Wiedergabezeit von Shorts nicht zur Schwelle von 4.000 Stunden. Für Shorts gibt es einen eigenen Weg: 10 Millionen gültige Shorts-Aufrufe in den letzten 90 Tagen.

Kann ich mit 500 Abonnenten beitreten?

In vielen Ländern und Regionen ja, und zwar für Fan-Finanzierung und Shopping-Funktionen wie Kanalmitgliedschaften, Super Chat und Super Thanks. Für die Beteiligung an den Werbeeinnahmen gelten weiterhin die höheren Schwellen.

Wie lange dauert die YPP-Prüfung?

Laut YouTube-Hilfe bekommst du meist nach etwa einem Monat eine Entscheidung. Es kann aber länger dauern, wenn sich viele Kanäle gleichzeitig bewerben, und manche Kanäle werden mehr als einmal geprüft.

Wann kann ich mich nach einer Ablehnung neu bewerben?

Nach der ersten Ablehnung kannst du dich nach 30 Tagen neu bewerben. Wurdest du schon einmal abgelehnt oder hast du dich bereits neu beworben, beträgt die Wartezeit laut YouTube-Hilfe 90 Tage. Du kannst außerdem innerhalb von 21 Tagen Einspruch einlegen.

Betreffen mich die Änderungen von 2027, wenn ich schon im YPP bin?

Die höheren Einstiegsschwellen gelten ab dem 1. Februar 2027 für neue Bewerber. Laut YouTube betrifft dieser Teil Creator, die schon im YPP sind, nicht. Für die Beteiligung an den Shorts-Einnahmen braucht es aber 10 Millionen gültige Shorts-Aufrufe in den letzten 90 Tagen.